GRUSSWORT

Hans Joachim Otto, MdB
Vorsitzender des Ausschusses für Kultur
und Medien des Deutschen Bundestages



Warum hat die PopArt nach vielen Jahrzehnten ihre Jugendlichkeit und ihre Anziehungskraft
für Jung und Alt noch nicht verloren, sondern weckt im Moment eher wieder stärkeres Interesse?

Vielleicht ist es die verlockende Farbenwelt, die scheinbar leichte Zugänglichkeit, die Direktheit;
zumindest ist und war PopArt diejenige Kunstform, die am engsten mit den Massenmedien
verbunden und von deren wechselseitiger Beeinflussung geprägt ist.

In der PopArt erkennen wir viele Aspekte unseres täglichen Lebens - und die PopArt hat
die uns umgebende Werbewelt zum Kunstgegenstand gemacht. PopArt hat heute wieder
und immer noch mit unserem täglichen Leben zu tun: Design, Werbekunst und Gebrauchskunst
sind selbstverständliche Bestandteile unseres täglichen Lebens.

PopArt spricht zu uns oft auf humorvolle Weise, aber sie hinterfragt auch Kunst. PopArt
drückt in einfachen Formen aus, dass kein bestimmter Bereich der Kultur allen anderen
übergeordnet ist, nur weil er das Etikett „Kunst“ trägt Umso verdienstvoller ist es, wenn eine Firma
wie Skoda Auto Deutschland nicht nur eigenes (Modell-) Design präsentiert, sondern Geschichte,
Dokumente und Kunst. Wieder einmal ist es dadurch gelungen, ein Ausrufezeichen
im Berliner Kultursommer zu setzen.

 









Dass gerade in einer solchen Ausstellung neben den prachtvollen und ins Auge springenden
Farben eines Weltstars wie Romero Britto auch nachdenklichere Töne und Bilder Platz
haben, macht einen besonderen Reiz dieser
Ausstellung aus. Im Januar dieses Jahres habe ich den New Yorker Künstler John Suchy kennengelernt,
dessen 3-D Pop-Arbeiten Bestandsaufnahmen, Erinnerungen und Liebeserklärungen an
sein New York sind - immer verbunden mit einer Portion Humor und nicht nur fixiert auf
die Glitzerwelt des Big Apple; denn sie finden in seinen Radierungen und Grafiken in einer
ungeheuer aufwändigen Arbeit die einzelnen Kapitelle der New Yorker Börse genauso herausgezeichnet
wie die Gesichtszüge des Straßenmusikanten,der immer an dieser speziellen Stelle
des Central Park seinen Platz hat.

Es freut mich außerordentlich, John Suchy auch zur zweiten PopArt-Ausstellung wieder
begrüßen zu dürfen. Sein wochenlanges Streifen mit Fotoapparat und Skizzenblock
hat nun auch zu ähnlich eindringlichen Bildern über Berlin geführt. Besonders erfreulich ist,
dass diese - in einem aufwändigen 7-Farben Druck hergestellten - Grafiken hier verkauft
werden und der Erlös zu gleichen Teilen an das Paul-Klinger-Künstlersozialwerk und an die
Bärenherz-Stiftung für Kinderhospize geht.

Herzlichen Dank an Skoda Auto Deutschland und an die beteiligten Künstler und Galeristen
für diese Ausstellung.
 

3-Stories
Guldensterns
3 stories 2008
Mix Media auf Aluminium, 200 x 210 cm, Unikat


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